Philipp Zahrnt berichtet von seinem Spendenlauf

Philipp Zahrnt berichtet von seinem Spendenlauf

Kiel, 27.01.2021

Spendenlauf für die Unser Norden Stiftung

Vor zwei Jahren erhielt ich für meine Trikotsammlung von Dierk Berner eine alte Tasche mit Trikotraritäten des THW Kiel und anderer Bundesliga Handballmannschaften aus den 80er Jahren - eine unglaubliche Bereicherung für meine Sammlung. Im Gegenzug plante ich als Dank eine Spende für die Unser Norden Stiftung. Zunächst konnte ich zwei kleinere Beträge über den Verkauf von Trikots aus meiner Sammlung überweisen. Die Summe wog aber bei weitem nicht den Wert der erhaltenen Trikots auf. Ich fing an zu überlegen, wie ich eine angemessene Spendensumme erreichen konnte.

Während des ersten Lockdowns begann ich im August mit dem Laufen. Es war nie mein Hobby geschweige dann meine Stärke. Nun hatte ich aber ein Ziel: ich wollte Geld für die Stiftung erlaufen. Zu Beginn meiner Überlegungen war mir nicht klar, wie ich einen solchen „Spendenlauf“ aufziehen sollte. Die Einschränkungen durch die Corona-Situation machten es nicht leichter. Letztendlich entschied ich mich dafür, Freunde und Bekannte zu bitten, mir für jede von mir erlaufene Runde um den Sportplatz 20 Cent zu überlassen. Mein Ziel war es, mindestens zehn Kilometer - also 25 Runden - zu schaffen. Ich schrieb potentielle Unterstützer an. Die Resonanz war überwältigend! Von Tag zu Tag kamen immer neue Nachrichten mit dem Angebot mich unterstützen zu wollen. Fleißig trainierte ich auf den 19. Dezember hin. Ich entwickelte den Ehrgeiz, den mittlerweile über 70 Spendern eine angemessene Leistung bieten zu wollen. Schon vor dem Lauf waren viele bereit, die zu spendende Summe aufzustocken. Eine Person bot mir im Scherz aus Sorgen um meine Gesundheit pauschal 50 Euro an, damit ich nicht laufe.

Ich hatte mir das Ziel gesetzt, statt der angedachten 25 Runden auf jeden Fall 30 zu schaffen. Freunde fragten, ob sie mich bei dem Lauf selbst unterstützen könnten. Hätte es die Einschränkungen des grassierenden Virus nicht gegeben, wäre der Sportplatz wohl mit einigen „Mitläufern“ gefüllt gewesen. So entschied ich mich, nur einige der Angebote anzunehmen. Fünf weitere Läufer sollten mich dann mit Abstand jeweils für eine Viertelstunde auf meinen Runden begleiten.

Das Wetter war perfekt. Bei herrlichem Sonnenschein konnte ich am 19. Dezember meinen Lauf starten. Ich fühlte mich fit und hatte die Hoffnung, eine ordentliche Strecke schaffen zu können.

Während des Laufes wurde mir kontinuierlich die aktuelle Rundenzahl angezeigt. Das spornte mich an, immer noch eine weitere Runde laufen zu wollen. Nach Runde 40 siegte die Vernunft, oder eher die Aussage meiner Frau, es sei nun doch einmal  genug. Ich hatte mein Ziel um 15 Runden übertroffen. Nach meinen Berechnungen hatte ich somit die Summe von 650 Euro erlaufen.

In den kommenden Stunden trafen die Spenden bei mir ein. Kaum jemand war dabei, der nicht die erlaufenen acht Euro aufstockte. Am Ende kam die unglaubliche Summe von 1.521,50 € zusammen. Ich hatte mein Ziel um einiges übertroffen.

Dierk Berners Vorschlag, die Summe an die stadt.mission.mensch für die Obdachlosenhilfe zu spenden war mir gerade in der aktuellen Situation mehr als lieb.

Auf diesem Wege möchte ich Dierk Berner noch einmal sehr dafür danken, dass er mir die Trikots für meine Sammlung (www.stoff-der-legenden.de) überlassen hat. Dafür habe ich den Lauf nur zu gerne auf mich genommen!

 

 

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